Der RC5-Algorithmus ist ein schneller
Blockchiffre, der entwickelt wurde, um ihn sowohl leicht per Software,
als auch per Hardware implementieren zu können. Da er durch
verschiedene Parameter gesteuert wird - sowohl Blockgröße,
als auch die Anzahl der Runden und die Schlüsselgröße
sind variabel – bietet er ein hohes Maß an Flexibilität.
Es kann somit genau bestimmt werden, welche Durchführungsgeschwindigkeit
und welches Maß an Sicherheit der gewünschte Chiffre
bieten soll. Eine weitere Besonderheit, die den RC5 auszeichnet,
ist, dass der Algorithmus auf nur drei einfachen Operationen basiert:
Addition, Exklusives-Oder und Bitrotation. Dieses Kennzeichen ermöglicht
sowohl eine einfache Implementation, als auch einen einfachen Zugang
für die Analyse des Algorithmus. Diese beiden Tatsachen gehörten
sicherlich zu den Zielen von Ron Rivest, als er den RC5-Algorithmus
entwickelte. Der RC5 verwendet häufig datenabhängige
Bitrotationen, was sehr nützlich ist, um sowohl differentielle,
als auch lineare Kryptoanalyse zu verhindern. Bei der differentiellen
Kryptoanalyse werden zwei Klartexte verschlüsselt, die sich
nur durch ein P' unterscheiden. Der Unterschied zwischen den verschlüsselten
Texten soll mit höherer Wahrscheinlichkeit als normal auftreten.
Er wird mit P' bezeichnet. Ein solches Paar (C', P') wird als charakteristisch
bezeichnet. Aufgrund dieser Beziehungen zwischen den beiden Klartexten
und den beiden verschlüsselten Texten sowie den Unterschieden
C' und P' ist es bei verschiedenen Blockchiffren möglich, einzelne
Bits des Schlüssels zu bestimmen. Auch bei der linearen Analyse
wird nach statistischen Beziehungen zwischen Klartext, verschlüsseltem
Text und Schlüssel gesucht. Dies wird auch durch die
Inkompatibilität zwischen den verwendeten Operationen erreicht.
Inkompatibel heißt, dass die Reihenfolge, in der die Operationen
durchgeführt werden, nicht verändert werden kann, ohne
dass das Resultat geändert wird. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

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